Kunst und Kultur eröffnen Ausdrucksmöglichkeiten für Gefühle, die schwer auszusprechen sind. Sie bilden ein Gegengewicht zu den Dingen, die uns im Alltag beschäftigen. Sie entspannen und sie regen den Geist an. Alles Faktoren, die unserer Seele gut tun und ihr Kraft spenden.
Kunst und Kultur stärken die Seele

Wer schaut, hört, genießt, erlebt oft eine wohltuende Mischung aus Konzentration, Inspiration und Abstand vom Alltag. Gerade in belastenden Zeiten kann das stärkend und ordnend wirken. Kunst und Kultur werden nicht umsonst umgangssprachlich als „Nahrung für die Seele“ bezeichnet. Unsere Seelische Gesundheit profitiert von wechselnden Inspirationen und neuen Impulsen. Diese eröffnen neue Horizonte und lenken von Alltagssorgen ab. Kultur gemeinsam zu erleben, schafft oder stärkt auch die für unser seelisches Wohlbefinden so wichtigen sozialen Kontakte.
Kunst und Kultur erleben
In Wien gibt es viele Möglichkeiten für kulturelle Aktivitäten: Sie reichen vom Museums- oder Konzertbesuch über gemeinsame Aktivitäten wie Tanzen oder Singen bis hin zu Kunstkursen. Viele Angebote der Stadt lassen sich unkompliziert ausprobieren. Viele davon sind sogar kostenfrei. Damit Kunst und Kultur ihre wohltuende Wirkung entfalten können, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen Zugang dazu haben. Für Menschen, die sich kulturelle Aktivitäten nicht leicht leisten können, gibt es den Wiener Kulturpass, bei dem zahlreiche Kunst- und Kulturstätten teilnehmen und kostenfreien Eintritt ermöglichen. Anspruch darauf haben Personen, die in Wien leben und deren Haushaltseinkommen unter der Armutsgefährdungsgrenze liegt. Er ist unter anderem bei den Nachbarschaftszentren des Wiener Hilfswerks oder in den Wiener Sozialzentren erhältlich.
Museen: schauen, staunen, zur Ruhe kommen
Museen laden dazu ein, langsamer zu werden, genauer hinzuschauen und für eine Weile aus dem eigenen Gedankenstrom auszusteigen. Beim Betrachten von Kunst oder historischen Objekten konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung der ausgestellten Werke. Das kann durch die Konzentration auf Themen, die mit alltäglichen Belangen nichts zu tun haben, seelisch sehr entlastend wirken. Gleichzeitig regen Ausstellungen dazu an, das eigene Erleben in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Es können dabei neue Perspektiven und Sichtweisen entdeckt werden, die zum Nachdenken anregen und vielleicht sogar Impulse für das eigene Leben geben.
Auf der Seite der Stadt Wien befindet sich ein Überblick über Museen mit freiem Eintritt oder kostenlosen Besuchstagen. So lässt sich leicht das passende Angebot für die eigenen Interessen finden – von Stadtgeschichte bis Kunst. Zum Beispiel bietet das Wien Museum am Karlsplatz die Ausstellung „Wien. Meine Geschichte“. Sie ist kostenlos zugänglich. Zusätzlich ist an jedem ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt in die Dauer- und Sonderausstellungen aller Standorte frei. Die Kunsthalle Wien beispielsweise bietet eine schöne Möglichkeit, zeitgenössische Kunst kennenzulernen: Am letzten Sonntag im Monat ist dort der Eintritt frei. Immer frei ist der Eintritt auch in den Wiener Bezirksmuseen.
Konzertbesuch: Urlaub vom Alltag
Musik erreicht Menschen oft unmittelbarer als Worte. Sie kann beruhigen, trösten, aufrichten oder Erinnerungen wecken. Ein Konzertbesuch hebt uns aus dem Alltag heraus, weil die Aufmerksamkeit ganz im Moment gebunden ist: beim Klang, bei der Stimme, bei der Stimmung im Raum. Besonders stark ist dabei auch das Gemeinschaftserlebnis. Wir hören nicht nur Musik – wir erleben sie gemeinsam mit anderen. In Wien wird viel dafür getan, das auch jungen Menschen nahezubringen. Im Musikverein gibt es mit dem U30-Programm vergünstigte Zugänge zu Konzerten für junge Menschen. Die Volksoper Wien bietet ebenfalls ein U30-Angebot, und auch das Wiener Konzerthaus bietet mit seiner Jugendmitgliedschaft Ermäßigungen an. Auf den Kulturseiten der Stadt Wien finden sich immer wieder Hinweise auf frei zugängliche Konzertformate. Auch im Rahmen der Wiener Festwochen werden zahlreiche Konzerte bei freiem Eintritt geboten.
Kultur im Alltag: draußen, gemeinsam, selbstverständlich
Kultur muss nicht immer an große Säle oder Kurse gebunden sein. Vielen Menschen tun gerade die unkomplizierten, offenen Formate besonders gut. Ein Konzert im Freien, eine Matinee, ein Festivalbesuch mit Freunden oder ein spontaner kultureller Zwischenstopp können den Tag aufhellen und neue Energie schenken. Gratis-Festivals in Wien verbinden Musik, Begegnung und sommerliche Leichtigkeit – und machen Kultur als gemeinschaftliches Erlebnis erfahrbar. Das europaweit bekannteste ist das Wiener Donauinselfest.
Solche Angebote zeigen, wie selbstverständlich Kunst und Kultur Teil des Lebens sein können: nicht als Ausnahme, sondern als etwas, das immer wieder kleine Inseln der Inspiration und Entlastung schafft und dabei gar nichts kosten muss.
Selbst kreativ werden: gestalten, schaffen, ausdrücken
Neben dem Erleben von Kunst von außen kann auch das eigene Tun sehr der Seele so richtig gut tun. Die Wiener Volkshochschulen bieten im Bereich Kunst, Kreativität und Handwerk eine große Auswahl an Kursen, etwa zu Zeichnung, Keramik oder verschiedenen Gestaltungstechniken. Auch die Mitmachaktivitäten der Wiener Wohnpartner bieten ein breites Spektrum an Angeboten. Für jüngere Menschen und Familien ist außerdem WIENXTRA eine gute Anlaufstelle. Dort finden sich laufend Hinweise auf kreative Workshops, Kulturveranstaltungen, DIY-Formate und weitere Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.