Selbstvertretungszentrum für Menschen mit Lernschwierigkeiten

Die Idee der Selbstvertretung entstand in den 70er Jahren. Vor rund 40 Jahren ging aus ihr in den USA die People First-Bewegung hervor, die sich aus Selbsthilfegruppen von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zusammensetzt. „People First“ heißt „Mensch zuerst“ und bedeutet „FürsprecherIn für sich selbst sein“ oder „sich selbst zu vertreten“.

Selbstvertretung macht deutlich, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten selbst SprecherInnen für ihre Rechte und ihres gesamten Lebens sind und nicht durch „Anwälte“ - also Eltern, BetreuerInnen oder andere FürsprecherInnen - vertreten werden wollen.

Die Ziele und Werte der People First-Bewegung reichen von Gleichbehandlung und Gleichberechtigung, Selbstvertretung und Selbstverantwortung, Selbstbestimmung über Aufklärung bis zur Förderung der Inklusion in die Gesellschaft.

Projekt Selbstvertretungszentrum

Im Rahmen eines dreijährigen Projekts von 2013 bis 2015 arbeiteten mehrere SelbstvertreterInnen an der Planung und dem Aufbau eines Selbstvertretungszentrums für Menschen mit Lernschwierigkeiten in Wien. Ziel dieses Zentrums ist es, das Selbstbewusstsein von Menschen mit Lernschwierigkeiten zu stärken, deren Diskriminierung zu vermindern und deren Teilhabe auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu verbessern.

Erreicht werden soll dies durch Informations- und Aufklärungsarbeit, Betroffenenberatung, durch Fort- und Weiterbildung von Menschen mit Lernschwierigkeiten, Öffentlichkeitsarbeit und die Erstellung von Materialien in Leichter Sprache.

Das Projekt war in mehrere Phasen geteilt. Bis Ende 2014 fand die Teamentwicklung der am Zentrum mitarbeitenden SelbstvertreterInnen statt, es wurden die Angebote des Zentrums vorbereitet, Unterstützungspersonen angestellt, die Räume des Zentrums adaptiert und die Voraussetzungen für die Öffentlichkeitsarbeit des Zentrums geschaffen. Im Jahr 2015 standen die Angebote des Zentrums für Menschen mit Lernschwierigkeiten und die Evaluation des Projekts im Vordergrund. Seit 2016 wird das Selbstvertretungszentrum und die Angebote laufend weiterentwickelt.

Die Basis-Finanzierung des Selbstvertretungszentrums erfolgt durch die Wiener Gesundheitsförderung. Im Rahmen der Gesundheitsreform wurde von der Sozialversicherung und der Stadt Wien ein Landesgesundheitsförderungsfonds eingerichtet. Der Ausbau des Projekts wird daraus finanziert.

Als Projektträger fungiert das WUK Werkstätten und Kulturhaus. Die Planung und Umsetzung erfolgt durch SelbstvertreterInnen.

Selbstvertretungszentrum Wien

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