
Gesundheit für wohnungslose Frauen, Männer und Familien

Vorliegende Studien zur Gesundheitssituation wohnungsloser Frauen zeigen, dass der physische und der psychische Stress, die durch die ökonomische Situation, Gewalterfahrungen, Abhängigkeit bei verdeckter Wohnungslosigkeit sowie die Lebensbedingungen auf der Straße ausgelöst werden, das körpereigene Immunsystem herabsetzen. Als Folge leiden wohnungslose Frauen häufiger unter Multimorbidität. Hinzu kommt, dass aus Schamgefühl und Angst vor Ablehnung sowie aufgrund schlechter Erfahrungen mit dem medizinischen Personal die regulären Versorgungsangebote nicht in Anspruch genommen werden.
Das ursprünglich vom Wiener Programm für Frauengesundheit in Auftrag gegebene Projekt „Gesundheit für wohnungslose Frauen“ wird vom Frauengesundheitszentrum FEM umgesetzt und von der Wiener Gesundheitsförderung gefördert. Es besteht aus der Entwicklung und Umsetzung von gesundheitsförderlichen Maßnahmen für die spezifische Zielgruppe und versteht sich als Ergänzung zum medizinischen Angebot. Die Angebote wurden partizipativ mit den Verantwortlichen der jeweiligen Einrichtung sowie mit den Bewohnerinnen konzipiert und orientieren sich an den Bedürfnissen und Problemlagen wohnungsloser Frauen.
Angeboten werden psychologische und gynäkologische Einzelberatungen, psychologische Beratung und Krisenintervention für Kinder und Jugendliche, medizinische Informationsrunden, körpertherapeutische Bewegungsgruppen, offene Frauengruppen sowie Shiatsu.
Im Jahr 2011 kann auf die Synergien aus der neu gegründeten "Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit" aufgebaut werden.

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