Gesundheit für wohnungslose Frauen und Familien

Vorliegende Studien zur Gesundheitssituation wohnungsloser Frauen zeigen, dass der physische und der psychische Stress, die durch die ökonomische Situation, Gewalterfahrungen, Abhängigkeit bei verdeckter Wohnungslosigkeit sowie die Lebensbedingungen auf der Straße ausgelöst werden, das körpereigene Immunsystem herabsetzen. Als Folge leiden wohnungslose Frauen häufiger unter Multimorbidität. Hinzu kommt, dass aus Schamgefühl und Angst vor Ablehnung sowie aufgrund schlechter Erfahrungen mit dem medizinischen Personal die regulären Versorgungsangebote nicht in Anspruch genommen werden.

Das ursprünglich vom Wiener Programm für Frauengesundheit in Auftrag gegebene Projekt „Gesundheit für wohnungslose Frauen“ wird vom Frauengesundheitszentrum FEM umgesetzt und von der Wiener Gesundheitsförderung gefördert. Es besteht aus der Entwicklung und Umsetzung von gesundheitsförderlichen Maßnahmen für die spezifische Zielgruppe und versteht sich als Ergänzung zum medizinischen Angebot. Die Angebote wurden partizipativ mit den Verantwortlichen der jeweiligen Einrichtung sowie mit den Bewohnerinnen konzipiert und orientieren sich an den Bedürfnissen und Problemlagen wohnungsloser Frauen.

Durch das gezielte Zusammenspiel medizinischer, sozialarbeiterischer und psychotherapeutischer Maßnahmen werden die gesundheitlichen Ressourcen Wohnungsloser gestärkt:

  • Gesundheitsberatungen im Einzelsetting: psychologische, psychotherapeutische und gynäkologische Beratung, bzw. Begleitung.
  • Gesundheitsförderliche Gruppenangebote: Informationsrunden, Bewegungsangebote, Gesundheitstage
  • Strukturverändernde Maßnahmen: Schulungen und Informationen für MultiplikatorInnen, E-Mail-Beratungen


Derzeit nehmen 20 Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe am Projekt beteiligt. Die Wiener Gesundheitsförderung fördert hauptsächlich gesundheitsförderliche Gruppenangebote und Strukturarbeit.  

Um die Einrichtungen für das Thema Gesundheit nachhaltig zu sensibilisieren und zu vernetzen, wurde vom Frauen- und Männergesundheitszentrum 2010 die Plattform "Gesundheit und Wohnungslosigkeit" ins Leben gerufen.

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